16 Nov

Lehrpersönlichkeits-Coaching I:
Wer bin ich? Wofür stehe ich? (Teil 1)

Lesezeit: 4 Min -

Mein Name ist Cornelia Frank. Seit Oktober 2016 arbeite ich als Lehrcoach im Humboldt Reloaded-Projekt der Universität Hohenheim. Ich begleite, berate und unterstütze die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Humboldt Reloaded auf ihren Wunsch hin bei der Weiterentwicklung und Stärkung ihrer individuellen Lehrpersönlichkeit. Beim Lehrpersönlichkeits-Coaching geht es darum, sich des eigenen Ressourcenreichtums gewahr zu werden, aus dem sich ein für die Lehrpersönlichkeit wie auch die Lernenden stimmiger Lehrstil entfalten kann. Zu den didaktischen Aspekten dieses Lehrpersönlichkeitsprozesses tausche ich mich sehr gerne mit meinen Kolleginnen und Kollegen von der Arbeitsstelle Hochschuldidaktik der Universität Hohenheim aus.

Foto Cornelia Frank

Meine Herangehensweise an Lehrpersönlichkeits-Coaching beruht auf einem vierdimensionalen Persönlichkeitsverständnis, das neben Kognitionen, Motivationen und Eigenschaften auch Emotionen umfasst (s. hierzu „Lehrpersönlichkeits-Coaching II: Was bedeutet das?“ am 7. Februar 2017, Teil 2 der Serie). Das Lehrpersönlichkeits-Coaching ist ganzheitlich und nachhaltig ausgerichtet. Es bietet den Raum für eine Vielzahl von berufsbezogenen Anliegen: Von Akkut-Coaching bei herausfordernden Sprechstunden- oder Konfliktsituationen, über offene oder themenspezifische Lehrhospitation, umfassende Potentialanalyse für die weitere berufliche Orientierung, sowie eine langfristig angelegte Rollenberatung bei der Profilschärfung des eigenen Betreuungs- und Führungsstils bis hin zum Individuations-Coaching, bei dem die inneren Schätze zu Gold gemacht werden können (s. hierzu „Lehrpersönlichkeits-Coaching III: Wie geht das?“ am 17. Februar 2017, Teil 3 der Serie). Den Fokus, die Geschwindigkeit und die Tiefe der Schatzsuche bestimmt einzig und allein der Klient bzw. die Klientin. Weiterlesen

29 Jun

forschen@studium – Tagungsbericht zu studentischer Forschung, forschungsnahem Lehren und Lernen

Lesezeit: 4 Min -

Zwei Tagungen an der Universität Oldenburg von 8.-10.6.2016 brachten studentische Forschung und Fachdiskussionen über forschungsnahes Lehren und Lernen zusammen. Hohenheimer Studierende und Lehrende wirkten rege mit.

20160608_133812Konferenz für studentische Forschung | 8.-9.6.2016

Die Konferenz für studentische Forschung war die erste ihrer Art in Deutschland, fächerübergreifend und mit Teilnehmern aus ganz Deutschland. In Großbritannien, Australien, Brasilien und den USA haben ähnliche Konferenzen bereits Tradition. In den USA heißen die Studierendenkonferenzen „Undergraduate Research opportunity-Program“ (UROP) und werden jährlich an wechselnden Hochschulen von der Dachorganisation CUR (Council on Undergraduate Research) ausgerichtet. Dabei nehmen rund 3.000 Studierende und Betreuer von verschiedenen Hochschulen teil. Gründe für die Studierenden teilzunehmen sind – das Präsentieren der eigenen Arbeit, das Diskutieren und der Austausch mit anderen Studierenden, das Üben der eigenen Fähigkeiten sowie das Netzwerken, auch mit Blick auf den weiteren Karriereweg.

Die Universität Oldenburg hat nun das Tagungsformat nach Deutschland geholt und mit über 100  studentischen Beiträgen in Form von Postern, zehn- und zwanzigminütigen Vorträgen durchgeführt. Anwesend waren rund hundert Studierende und über achtzig weitere Teilnehmer. Auch Hohenheimer Studierende aus allen drei Fakultäten waren gut vertreten und stellten ihre Forschungsarbeiten mit Begeisterung vor:


Eindrücke von der studentischen Tagung: reger Austausch, sehr interessante Beiträge aus verschiedenen Fachrichtungen. Es war anregend zu sehen, wie Studierende sich für die aktuellen Themen interessieren, sie erforschen und sich fachübergreifend für die Beiträge der anderen Präsentierenden interessieren. Das ist lebendige Wissenschaft!

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18 Jan

Werkstatt für interdisziplinäre Lehre und Forschung

Lesezeit: 3 Min -

Zwanzig wissenschaftliche und nichtwissenschaftliche Mitarbeiter der Universität Hohenheim, TU Darmstadt, PH Heidelberg und der PH Freiburg nahmen am 13. November 2015 an der „Werkstatt für interdisziplinäre Lehre und Forschung: Praxisbeispiele, Ideenfindung, Planung“ teil. Die Veranstaltung war die zweite im Rahmen eines baden-württembergischen Netzwerkes für forschungsorientierte und interdisziplinäre Hochschullehre innerhalb des Bund-Länder-Programms Qualitätspakt Lehre (QPL).

Organisatoren

Vorbereitet wurde die Werkstatt von einer fächerübergreifenden Arbeitsgruppe des Hohenheimer QPL-Projektes „Humboldt reloaded“ in Zusammenarbeit mit dem QPL-Projekt „Tandem-Teaching – IntegraL-TT“ der Pädagogischen Hochschule Freiburg. Da Humboldt reloaded in seiner weiteren Entwicklung auch interdisziplinäre studentische Forschungsprojekte plant, war mit dieser Werkstatt das Ziel verbunden, sich dem Begriff Interdisziplinarität anzunähern, theoretische Hintergründe und Umsetzungsmöglichkeiten kennenzulernen sowie Themen zu finden, die für interdisziplinäre Projekte geeignet sind.

Praxisbeispiele

Nach einer Einführung in Begründungen für Interdisziplinarität in Forschung und Lehre und der Erläuterung unterschiedlicher Definitionsansätze stellte Dr. Senganata Münst das Projekt „Tandem-Teaching – IntegraL-TT“ vor, das an der PH Freiburg durchgeführt wird und bei dem zwei Lehrende aus verschiedenen Disziplinen zwei Semester zusammen arbeiten und in jedem Semester eine interdisziplinäre Lehrveranstaltung entwickeln. Ein anderes Konzept verfolgt die Technische Universität Darmstadt in ihrem Projekt „GPEK/KIVA V“, welches von Jan Schumann vorgestellt wurde. Für viele Erstsemester ist eine Teilnahme an einem interdisziplinären Projektplanspiel Pflicht, während dem sie mit Studierenden anderer Studiengänge in Kleingruppen komplexe Aufgaben lösen. Ein Wettbewerb, welche Gruppe die beste Lösung findet, fördert die Motivation und das Kennenlernen unter den Studierenden. Herr Schumann stellte das interdisziplinäre, semesterbegleitende Projektplanspiel in den Ingenieurswissenschaften mit Studierenden aus Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, Humanwissenschaften, Bau- und Umweltingenieurwissenschaften vor.

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02 Jul

Feuer und Flamme! Eine Orientierung für motiviertes Studieren

Lesezeit: 6 Min -

Gastbeitrag von Dr. Karin Hartung

„Na, was willst du denn werden, wenn Du groß bist?“ ist eine Frage, die uns in Kindertagen gestellt wird. Kurz vor Ende unserer schulischen Laufbahn sollen wir sie beantworten, zumeist ohne Methoden zur Selbsterforschung an die Hand bekommen zu haben. Denn in der Schule steht Wissensvermittlung im Zentrum, Selbsterforschung sprengt meist den Rahmen. Um am Gymnasium das Abitur zu erhalten, ist es wichtig, eine Fülle an Inhalten abzuspeichern und sie für die jeweils zugehörige Klausur abrufen zu können. Da der Stoff danach meist nicht mehr benötigt wird, bedeutet effizientes Lernen, herauszufinden, welches Wissen prüfungsrelevant ist, und dieses Wissen kurzfristig zu speichern und punktgenau abrufen zu können. Lerninhalte sind ihrerseits durch ein Curriculum vorgegeben und orientieren sich nicht an den Interessen, Bedürfnissen und Fähigkeiten der individuellen Schülerinnen und Schüler. Diese können nur in begrenztem Rahmen, z.B. bei Wahlfächern, ihre Interessen einbringen.

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29 Jan

(Plan-)Spielen in der Vorlesung: Lustiger Zeitvertreib oder sinnvolle Ergänzung des Lehr-/Lernbetriebs?

Lesezeit: 2 Min -

Gastbeitrag von Dr. Melvin Lippe

Wieder einmal sitzt Manuel Mustermann (Name geändert) in der Vorlesung und hört angestrengt den Ausführungen des Dozenten zu. Manuel fragt sich dabei: „Warum ist das (Anmerkung: die Vorlesung) immer nur sooo trocken? Das macht keinen Spaß – immer nur Dasitzen und Zuhören!“ so oder so ähnlich haben möglicherweise neben Manuel viele Studierende einen Teil der Vorlesungszeit verbracht. Um dieses klassische Frontallehrkonzept aufzubrechen wurde das Planspiel LaMaGO das für „LandschaftsManagement Global und vor Ort“ steht, konzipiert.

Hier ein Einblick in den Ablauf während der Lehrveranstaltung:

 

LaMaGO wurde von mir am Institut für Pflanzenproduktion und Agrarökologie in den Tropen und Subtropen, zusammen mit Studierenden des BSc. Studiengangs Nachwachsende Rohstoffe und Bioenergie, der Universität Hohenheim im Jahr 2012 als Teil eines Humboldt reloaded Projekts entwickelt. Seitdem ist LaMaGO Teil der Lehrveranstaltung „Rohstofflieferende Pflanzen der Tropen und Subtropen“ das für Studierende des 1. BSc. Fachsemesters angeboten wird. Im Planspiel LaMaGO müssen Studierende an zwei Vorlesungsterminen (2x90min) das Fallbeispiel „Bioenergieproduktion in Chieng Khoi Kommune, Nordwest Vietnam“ bearbeiten. In Kleingruppen von etwa 5 Personen schlüpfen die Studierenden in die lokalen Interessengruppen (z.B. konservative/progressive Bauern oder Maishändler), die ein positives oder auch negatives Interesse am Aufbau einer lokalen Bioenergieproduktion haben. Die Studierenden werden dabei nicht nur spielerisch Vorlesungsinhalte wiederholen, sondern sie erhalten auch  einen ersten Eindruck, welche Herausforderungen in solch einem Zusammenhang entstehen können. Sie werden auf ein späteres potenzielles Arbeitsfeld vorbereitet, in dem sie in die verschiedenen Rollen der beteiligten Interessengruppen schlüpfen.

Bildimpressionen von LaMaGO am 26.01.2014:

 

Das Feedback der teilnehmenden Studierenden (seit dem WS 2012 haben ca. 90 Personen teilgenommen) war durchweg positiv, mit dem stetigen Wunsch nach komplexeren Fragestellungen und Fallbeispielen. Im Vergleich zur klassischen Frontalpräsentation sind die längere Vorbereitungszeit als mögliche Herausforderung für den regelmäßigen Einsatz im Vorlesungsbetrieb zu nennen. Planspiele stellen eine sinnvolle Ergänzung des Lehrbetriebs dar und fördern die Herausbildung interdisziplinärer und systemischer Denkstrukturen. Dies ist vor allem im Kontext der möglichen Arbeitsfelder eines Studierenden von Vorteil, da durch das Planspielszenario ein aktiver Transfer von Wissenstheorie zu praktischer Anwendung stattfinden kann.

Einführung zum LaMaGO-Planspiel als pdf

Kontakt:

Melvin LippeDr. Melvin Lippe
Universität Hohenheim
Fachgebiet Pflanzenbau in den Tropen und Subtropen
email: melvin.lippe (at) uni-hohenheim.de
Tel.: 0711 – 459-23322

 

 

 

24 Okt

3. studentische Jahrestagung „wissen schaf(f)t leben“

Lesezeit: 3 Min -

Am Dienstag, den 4. November 2014 findet im Hohenheimer Schloss die dritte studentische Jahrestagung des Qualitätspakt-Lehre-Projektes „Humboldt reloaded: Wissenschaftspraxis von Anfang an“ statt. Während des gesamten Nachmittags präsentieren die Studierenden, die an 161 kleinen Forschungsprojekten zwischen Herbst 2013 und Sommer 2014 teilnahmen, ihre Arbeitsresultate. Mittels wissenschaftlichen Postern und Vorträgen geben sie Einblick in die Forschungsgebiete vieler Fachgebiete der Universität Hohenheim.

Tagungsposter 2014Die Tagung ist fachübergreifend angelegt. Studierende, wissenschaftliche Mitarbeiter und Professoren der Universität sowie Besucher anderer Hochschulen sind herzlich eingeladen. Die Poster werden mit Absicht fachlich gemischt ausgestellt, so dass die Tagungsteilnehmer nicht nur in ihrem Fachbereich bleiben, sondern sich ebenfalls die Arbeit anderer Bereiche ansehen. Auch in den Vortragsblöcken wechseln sich die Beiträge aus den drei Fakultäten Naturwissenschaften, Agrarwissenschaften sowie Wirtschafts- und Sozialwissenschaften ab. Zwölf Projektgruppen berichten Vorträgen über ihre Arbeit und bemühen sich um den Preis des besten Vortrags der Fakultät und um den Preis als herausragendes Projekt.  Zur Auflockerung stellen sich drei Professoren, wieder je einer pro Fakultät, unbekannten Foliensätzen zu einer PowerPoint-Karaoke und beweisen damit, dass in der Hochschullehre Spontaneität und Gelassenheit zum Handwerk gehören.

Bei der Preisverleihung werden neben den Projektgruppen mit den bestem Poster der Fakultät und jenen mit dem besten Vortrag der Fakultät auch drei hervorragende Projekte gelobt, die neben ihrer Forschungsarbeit auch eine sorgfältige, verständliche und zuverlässige Präsentation darboten. Die Südwestbank belohnt diese Projektgruppen jeweils mit einem Geldpreis von 500 Euro. Neben dem Fokus auf die Studierenden werden in diesem Jahr auch drei besonders engagierte Projektbetreuer geehrt, die von ihren Studierenden für einen Preis vorgeschlagen wurden.

Den krönenden Abschluss der Tagung stellt eine Podiumsdiskussion mit Ministerin Frau Theresia Bauer, Landesministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst, dar. Zum Thema „Der Sinn des Forschenden Lernens und die Identität der heutigen Universitäten“ wird sie mit der Moderation von Prof. Dr. Martin Blum gemeinsam mit Prof. Dr. Stephan Dabbert, Rektor der Universität Hohenheim, Ibrahim Köran, Studierender und Präsident des Studierendenparlaments an der UHOH, sowie mit Gábor Paál, Wissenschaftsjournalisten beim SWR, sprechen.

Die Tagung ist vielschichtig aufgestellt. Sie möchte den Blick sowohl auf forschendes, kritisches, nachhaltiges Lernen im Studium und aus der Perspektive von Studierenden und Lehrenden werfen, als auch auf die Wichtigkeit für tiefes, verantwortungsbewusstes Lernen für die Gestaltung unserer Gesellschaft hinweisen. Denn je mehr Kenntnisse und Wissen jemand hat, desto eher kann er Einfluss auf sein Leben und das seiner Umwelt nehmen und es gestalten. Das will auch der Tagungstitel vermitteln mit „wissen schaf(f)t leben“.

Mehr Informationen zur Tagung: https://studium-3-0.uni-hohenheim.de/tagung