24 Jun

Eine (Inter)aktive Übungsveranstaltung mit einer Großgruppe

Lesezeit: 4 Min -

                                                                                   

DSC_0066Ein Gastbeitrag von Stephanie Treger aus dem Fachgebiet BWL /Unternehmensführung

Ich glaube fest daran, dass Studierende, die zur Mitarbeit angeregt werden und die selbst nachdenken (statt Lösungen präsentiert zu bekommen) mehr Spaß am Lernen haben und darüber hinaus mehr lernen. Was aber, wenn es sich um eine sehr große Lehrveranstaltung handelt, wie die Übung zur Bachelorveranstaltung „Grundlagen der BWL“, in der knapp 500 Studierende zusammenkommen? Ist es möglich, mit 500 Studierenden eine aktive Übung durchzuführen? Wie erhalte ich als Lehrende Feedback, ob die Aufgaben zu schwer/zu leicht sind und ob sie verstanden wurden? Und wieviel Interaktion ist bei dieser Gruppengröße überhaupt möglich?

Im Rahmen von drei Übungsterminen im Wintersemester 2014/15 habe ich versucht, verschiedene aktivierende Methoden umzusetzen. Insbesondere durch die Integration von ILIAS konnte ich mich bereits vor der Veranstaltung auf die Stärken und Schwächen der Gruppe einstellen.

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19 Jun

Von Tutorin zu TutorIn – Tipps zur Durchführung eines Tutoriums

Lesezeit: 5 Min -

Gastbeitrag von Julia Fülle

Über mich
Ich heiße Julia Fülle und studiere im 4. Semester Ernährungswissenschaften. Auch wenn der Name dieses Studiengangs erstmal vermuten lässt, es gehe vor allem um Ernährung, FuelleNährstoffe und die alltägliche Frage ‚Was soll ich denn nur essen’, so ist dieses Studium doch sehr stark naturwissenschaftlich geprägt. Vor allem in den ersten beiden Semestern müssen alle Grundlagenfächer ‚abgearbeitet’ werden. Darunter auch Mathematik, was für viele Studierende ein Stolperstein darstellt und nur irgendwie bestanden werden muss.

Und deshalb bin ich Tutorin geworden!
Als ich das Modul ‚Mathematik für NaturwissenschaftlerInnen’ besuchte, gab es keine Tutorien, keine Altklausuren oder sonstige Erfahrungsberichte, wie man sich am besten auf die von vielen gefürchtete Matheklausur vorbereiten sollte. Viele meiner KommilitonInnen, und auch ich, haben sich gewünscht, es gäbe eine Hilfestellung in Form eines Tutoriums, Weiterlesen

01 Jun

Kollegiale Beratung

Lesezeit: 4 Min -

Als Lehrender und Mitarbeiter an einer Universität ist es alltäglich, vielen Personen zu begegnen – Studierenden, Kollegen, Weisungsbefugten, Personen aus anderen Bereichen, studentischen Hilfskräften und Büronachbarn… Ab und zu tauchen berufliche Situationen auf, die schief laufen oder für die kein gutes Vorgehen einfällt. Das interessante ist, dass sich an anderer Stelle auf dem Campus Personen mit den gleichen Situationen herumschlagen und sich fragen, was unternommen werden könnte. Warum also nicht das Wissen der Gruppe verwenden? Manchmal hat der ein oder andere schon einen Weg durch die Situation gefunden. Im Rahmen einer kollegialen Beratung können neue Perspektiven und Lösungsansätze durch die Unterstützung von Kollegen gewonnen werden.

Kollegiale Beratung wird mitunter auch „Intervision“ oder „Peer-Group-Beratung“ genannt. Dabei handelt es sich um eine Gruppe von Personen auf ungefähr gleicher Ebene innerhalb einer Organisation, die auf Basis ihrer Erfahrungen zu bestimmten Problemsituationen Lösungen suchen.

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Eine gute Gruppegröße für eine Kollegiale Beratung liegt bei drei bis acht Personen. Pro Fall können 40 bis 90 Minuten Zeit eingeplant werden.

  1. Rollenverteilung Die Rollen werden besetzt: ein Moderator, ein Fallgeber, mehrere kollegiale Berater.
  2. Falldarstellung Der Fallgeber berichtet aus seiner subjektiven Perspektive. Der Fall kann anonymisiert sein. Der Moderator unterstützt durch klärendes und fokussierendes Fragen. Die Berater hören nur zu und beobachten den Fallgeber.
  3. Schlüsselfrage Das Anliegen wird geklärt und eine Schlüsselfrage formuliert. Sie umreißt, was sich der Fallgeber als Ziel der Beratung wünscht.
  4. Rückfragen aus der Gruppe Die Gruppe kann dem Fallgeber Nachfragen stellen um den Sachverhalt nachvollziehen zu können.
  5. Beratung Die Berater der Gruppe formulieren ihre Gedanken zum Fall. Mitunter können sie die Rolle einer Person im Fall einnehmen und aus dessen Perspektive sprechen. Der Fallerzähler hört nur zu und lässt die Ideen auf sich wirken. Ein „Sekretär“ notiert die Beiträge.
  6. Reaktionen vom Fallgeber Der Fallerzähler nimmt Stellung zu den Anregungen der Gruppe. Er bedankt sich für die Unterstützung.
  7. Lösungsoptionen sammeln Es wird in der gesamten Gruppe überlegt, welche Lösungsmöglichkeiten es gibt und was die nächsten Schritte sein könnten.

Die Schritte können variieren. Julia Hoen von der Arbeitsstelle für Hochschuldidaktik meint dazu: „Wir gehen so vor, dass bereits zu Anfang eine Schlüsselfrage/ein Anliegen formuliert wird. Nach den Rückfragen wird diese noch einmal betrachtet und gegebenenfalls abgeändert. Zusätzlich gibt es einen 8. Punkt: Abschließende Auswertung des Erzählers. Was nehme ich mit?“

Oft einigen sich die Gruppenmitglieder zu Beginn eines Gespräches, die Inhalte vertraulich zu behandeln. Während des Prozesses kann eine Visualisierung von Schlüsselfrage, Ideen und Optionen hilfreichen sein. An vielen Hochschulen wird diese Form der Beratung regelmäßig durchgeführt, sei es als kollegiale Mittagspause oder als Stammtisch. Oft bleibt die Gruppenzusammensetzung in den regelmäßigen Treffen gleich und die Termine stehen über einen längeren Zeitraum fest (ca. zwei im Semester). So können kollegiales Verständnis vertieft, Erfahrungswerte gemeinsam genutzt und mitunter auch tiefergehende Probleme eingebracht werden. Initiiert werden kann eine Kollegiale Beratung besonders gut über persönlichen Kontakt oder einen gemeinsamen Bezug (in Hohenheim ist das bei den Teilnehmern der Kollegialen Beratung der Lehrhintergrund und der Wille, die eigene Lehre weiterzuentwickeln).

Kollegiale Beratung in Hohenheim

Im Modul I des Baden-Württemberg Zertifikates für Hochschuldidaktik ist eine Kollegiale Beratung fester Bestandteil (in der Regel 3 Termine á 3 Stunden). Es handelt sich dabei um eine feste Gruppe aus Teilnehmern des Zertifikatkurses, die von Eva Lidl oder Friederike Hoffmann moderiert wird. Dabei geht es hauptsächlich um Fragen/Anliegen aus dem Bereich der Lehre. Beispielsweise: „Wie erreiche ich mehr Aktivität der Studierenden innerhalb meiner Veranstaltung?“, „Wie erreiche ich eine bessere Stoff-Zeit-Relation?“, „Wie kann ich Sprechstundengesräche effektiv führen?“ usw.

Wenn Sie Fragen zur Kollegialen Beratung in Hohenheim haben, wenden Sie sich gern an Eva Lidl oder Friederike Hoffmann. Die Kollegiale Beratung wird an der Universität Hohenheim für Personen angeboten, die dabei sind ein HDZ-Zertifikat zu erwerben.

28 Mai

Hochschuldidaktische Ringvorlesungen

Lesezeit: 4 Min -

Von Zeit zu Zeit schaue ich, was andere hochschuldidaktische Einrichtungen ihren TeilnehmerInnen oder Interessierten anbieten. Dabei bin ich auf hochschuldidaktische Ringvorlesungen gestoßen. Sie werden z.B. angeboten von der TU Berlin unter dem Namen „Hochschuldidaktische Ringvorlesung„. Die Vorlesungen werden aufgezeichnet und online zur Verfügung gestellt.

Die Themen sind vielfältig:
„Vorlesungsaufzeichnung – technische Voraussetzungen und didaktische Konsequenzen“
„Systematic Development of University Teaching“
„Diversity in der Ingenieurausbildung: Lehre, Forschung, Organisation“

Zwei Videos habe ich ausgewählt, um Sie direkt auf unserem Blog zu zeigen: „Kompetenzorientiert Lehren, Lernen und Prüfen“ und „Didaktische Reduktion – Auswahl, Konzentration und Vereinfachung“.

 Für mich sind diese beiden Themen unmittelbar miteinander verknüpft und im Kern sagen sie:

  1. Machen Sie sich klar, welche Kompetenzen die Studierenden am Ende ihres Studiums, am Ende des Semesters, am Ende einer Stunde, erworben haben sollen.
  2. Definieren Sie Lernziele für Ihre Veranstaltung.
  3. Werden Sie sich bewusst, welche Lehr-/Lernmethoden Sie einsetzen müssen und welche Inhalte wirklich relevant sind, um diese Lernziele für Ihre Studierenden erreichbar zu machen.
  4. Werfen Sie Inhalte raus, die nicht notwendig sind, um das Ziel zu erreichen.
  5. Denken Sie aus der Perspektive der Studierenden.
  6. Es geht nicht darum, dass ich als Experte/Expertin mit meinem Fachwissen glänze. Es geht darum, Studierenden mit einer guten Veranstaltungsplanung ihren eigenen Weg durch ein Stoffgebiet finden und sich ihr eigenes Wissen und Kompetenzen aufbauen zu lassen.
  7. Die Prüfung muss anhand der angestrebten Lernziele und zu erreichenden Kompetenzen konzipiert werden.

Nun zum ersten Video: Weiterlesen

24 Apr

Sinnreiche Lehre veranstalten

Lesezeit: 3 Min -

Wie gestalte ich als Lehrender meine Lehrveranstaltung so, dass die Inhalte verständlich für die Studierenden sind? Und wie gestalte ich die Lehrveranstaltung für mich angenehm? Ein Blick auf die Sinneskanäle kann bei der eigenen Lehrgestaltung inspirieren.

Bei der Aufnahme von Informationen im Alltag spielen drei Sinne eine besonders große Rolle: der visuelle, der auditive und der kinästhetische Sinn. Der olfaktorische und der gustatorische Sinn rücken in den meisten Lernkontexten, außer mit explizitem Bezug auf Riechen und Schmecken, in den Hintergrund.

Sinne_.

Der visuelle Sinn beinhaltet etwas zu sehen, darzustellen, zusammenzufassen oder abzuschreiben. Methoden, die diesen Sinn ansprechen, sind Powerpoint-Präsentation, Arbeiten mit dem Overheadprojektor, Texte lesen oder schreiben lassen, grafische Darstellung eines Zusammenhangs, Mindmapping, Clustering, Lerntagebuch führen, kreatives Schreiben, Videos oder Comics, Bilder oder Grafiken zeigen, Experimente vorführen.

Zum auditiven Sinn gehören das Hören und Sprechen. Eingängige Methoden für Menschen mit einem ausgeprägten auditiven Sinn können lautes Vorlesen, einen Vortrag hören oder halten, ein Gespräch führen (Diskussion, Interview führen, Kleingruppenarbeit, Austausch mit dem Nachbar), Podcast sein.

Der kinästhetische Sinn bezieht sich auf das Ausprobieren, auf Learning by Doing und körperliche Bewegung. Geeignete Methoden hierfür sind Planspiel, Rollenspiel, an Experimenten beteiligen oder Experimente selbst durchführen lassen.

Checkfragen:

  • Für welchen Kanal habe ich als Lehrender eine Vorliebe?
    • Gebe ich eine Handlungsanleitung mit Bildern an? – Visuell.
    • Erläutere ich mündlich die einzelnen Schritte? – Auditiv.
    • Oder lasse ich die Studierenden selbst den Weg finden? – Kinästhetisch.
  • Welche Sinne spreche ich in meiner Lehrveranstaltung mit welchen Methoden an?
  • Gibt es einen Sinn, der bisher noch nicht in meiner Lehrveranstaltung angesprochen wird und den ich noch einbauen könnte?

Es kann vorkommen, dass ein persönlich präferierter Kanal besonders oft in der eigenen Lehrveranstaltung eingesetzt wird und dabei über die Zeit jene Lernenden verloren gehen, die eher über einen anderen Kanal Informationen aufnehmen. Ein Wechsel der Methoden, auch unter dem Aspekt der Sinneskanäle, kann helfen, die Aufmerksamkeit für das Thema beizubehalten. Auch die Kombination von Sinnen steigert den Lerneffekt. Viele Personen sind durch Fernsehen besonders auf die Kombination Sehen und Hören konditioniert. Aber Lernen ist natürlich situationsabhängig. Die Arbeit im Labor oder die Datenanalyse kann nicht nur durch Zuhören und ohne kinästhetische Erfahrung oder visuelle Wahrnehmung gelernt werden. Andererseits können schwierige Inhalte mehrmals mit unterschiedliche Sinne ansprechenden Methoden wiederholt und damit eingänglicher vermittelt werden.

29 Jan

(Plan-)Spielen in der Vorlesung: Lustiger Zeitvertreib oder sinnvolle Ergänzung des Lehr-/Lernbetriebs?

Lesezeit: 3 Min -

Gastbeitrag von Dr. Melvin Lippe

Wieder einmal sitzt Manuel Mustermann (Name geändert) in der Vorlesung und hört angestrengt den Ausführungen des Dozenten zu. Manuel fragt sich dabei: „Warum ist das (Anmerkung: die Vorlesung) immer nur sooo trocken? Das macht keinen Spaß – immer nur Dasitzen und Zuhören!“ so oder so ähnlich haben möglicherweise neben Manuel viele Studierende einen Teil der Vorlesungszeit verbracht. Um dieses klassische Frontallehrkonzept aufzubrechen wurde das Planspiel LaMaGO das für „LandschaftsManagement Global und vor Ort“ steht, konzipiert.

Hier ein Einblick in den Ablauf während der Lehrveranstaltung:

 

LaMaGO wurde von mir am Institut für Pflanzenproduktion und Agrarökologie in den Tropen und Subtropen, zusammen mit Studierenden des BSc. Studiengangs Nachwachsende Rohstoffe und Bioenergie, der Universität Hohenheim im Jahr 2012 als Teil eines Humboldt reloaded Projekts entwickelt. Seitdem ist LaMaGO Teil der Lehrveranstaltung „Rohstofflieferende Pflanzen der Tropen und Subtropen“ das für Studierende des 1. BSc. Fachsemesters angeboten wird. Im Planspiel LaMaGO müssen Studierende an zwei Vorlesungsterminen (2x90min) das Fallbeispiel „Bioenergieproduktion in Chieng Khoi Kommune, Nordwest Vietnam“ bearbeiten. In Kleingruppen von etwa 5 Personen schlüpfen die Studierenden in die lokalen Interessengruppen (z.B. konservative/progressive Bauern oder Maishändler), die ein positives oder auch negatives Interesse am Aufbau einer lokalen Bioenergieproduktion haben. Die Studierenden werden dabei nicht nur spielerisch Vorlesungsinhalte wiederholen, sondern sie erhalten auch  einen ersten Eindruck, welche Herausforderungen in solch einem Zusammenhang entstehen können. Sie werden auf ein späteres potenzielles Arbeitsfeld vorbereitet, in dem sie in die verschiedenen Rollen der beteiligten Interessengruppen schlüpfen.

Bildimpressionen von LaMaGO am 26.01.2014:

 

Das Feedback der teilnehmenden Studierenden (seit dem WS 2012 haben ca. 90 Personen teilgenommen) war durchweg positiv, mit dem stetigen Wunsch nach komplexeren Fragestellungen und Fallbeispielen. Im Vergleich zur klassischen Frontalpräsentation sind die längere Vorbereitungszeit als mögliche Herausforderung für den regelmäßigen Einsatz im Vorlesungsbetrieb zu nennen. Planspiele stellen eine sinnvolle Ergänzung des Lehrbetriebs dar und fördern die Herausbildung interdisziplinärer und systemischer Denkstrukturen. Dies ist vor allem im Kontext der möglichen Arbeitsfelder eines Studierenden von Vorteil, da durch das Planspielszenario ein aktiver Transfer von Wissenstheorie zu praktischer Anwendung stattfinden kann.

Einführung zum LaMaGO-Planspiel als pdf

Kontakt:

Melvin LippeDr. Melvin Lippe
Universität Hohenheim
Fachgebiet Pflanzenbau in den Tropen und Subtropen
email: melvin.lippe (at) uni-hohenheim.de
Tel.: 0711 – 459-23322

 

 

 

16 Jan

PowerPointKaraoke. Die Kunst, zu einem unbekannten Stoff einen anregenden Vortrag zu halten

Lesezeit: 3 Min -

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Eine PowerPointKaraoke ist zwar nicht die erstgewählte Methode, mit der ein fachlicher Inhalt vermittelt wird, aber die doch Lust aufs Zuhören und Spielen mit sich bringt. Sie ist Überraschung und Unterhaltung für den Zuhörer und eine Improvisations- und Präsentationsübung für den Redner.

Was passiert? Ein oder mehrere Personen halten zu ihnen völlig unbekannten PowerPoint-Foliensätzen einen spontanen Vortrag. Die Herausforderung ist nicht nur, schnell etwas möglichst sinnvolles zu dem, was auf der Folie steht zu sagen, sondern ohne die nächsten Einzelheiten zu kennen, eine zusammenhängende Geschichte zu erzählen.

Welche Vorbereitung ist notwendig? Zunächst sind Personen zu finden, die bei der Karaoke mitmachen und bereit sind, einen Vortrag zu improvisieren. Es ist wichtig, zu wissen, in welchen Fachbereichen sich diese Personen auskennen. Denn dann können Foliensätze ausgesucht werden, die für die späteren Redner besonders fachfremd sind. Oft umfassen PowerPoint-Präsentationen über 20 Folien. Für die Karaoke werden daraus 10 bis 12 Folien mit möglichst vielen Bildern oder Grafiken und wenig Text ausgesucht. Die ausgewählten Folien sollten weiterhin inhaltlich zusammenpassen und einen Spannungsbogen zeigen. Anhand dieser Minipräsentation könnte ein Kenner des Fachs nun eine ganz kurze Einführung mittels Bilder und Stichpunkten auf den Folien geben. Für die Karaoke-Redner bieten die Folien dann eine möglichst inspirierende Vorlage für einen frei erfundenen Vortrag.

Zur Durchführung. Ein Moderator führt durch die PowerPoint-Karaoke. Er stellt zu Beginn den Ablauf der Karaoke und die Redner vor und macht deutlich, dass die Sprecher die ihnen zugeteilten Folien vorher noch nicht gesehen haben. Dann beginnen die Karaoke-Vorträge. Bei 10 bis 12 Folien bieten sich sieben bis zehn Minuten Redezeit an. Mit einer Fernbedienung und einem Lasepointer kann der Redner sich dann frei durch die Folien bewegen, die für das Publikum gut sichtbar eingeblendet sind. Drei bis fünf Vorträge hintereinander ergeben eine kurzweilige Unterhaltung innerhalb einer größeren Veranstaltung. Zum Abschluss der Karaoke passt ein Klatschbarometer. Dabei klatscht das Publikum angeleitet vom Moderator nacheinander für die einzelnen Redner. Für wen am lautesten geklatscht wird, dessen Vortrag fand am meisten Gefallen beim Publikum.

Tipps und hilfreiche Fragen für die Redner, von denen Moderator und Publikum nichts wissen brauchen: Worüber wollten Sie schon immer einmal reden? In welchem einfachen, lockeren Thema können Sie frei reden und auch ein paar Fachwörter einstreuen? Sind zwei oder drei solcher Themen gefunden, ist schon einen Vorsprung gewonnen. Anhand von Zahlen, Formen und Farben in den fremden Folien kann dann das eigene Thema eingebaut werden.

Viel Freude beim Ausprobieren! Vielleicht bei der nächsten Humboldt reloaded-Tagung

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Beispielfolien aus der Embryologie, zu denen ein Sprechwissenschaftler sprach.

26 Nov

Hochschulübergreifender Praxisaustausch zu forschungsorientiertem und interdisziplinärem Lehren

Lesezeit: 2 Min -

Welche Erfahrungen haben Lehrende mit interdisziplinärerer Lehre? Wie kann ich meine Lehre forschungsorientiert aufziehen? Inwiefern ändert sich meine Rolle als Lehrender mit diesen Lehrformaten? Wie kriege ich heraus, wie die forschungsorientierte oder interdisziplinäre Lehre bei den Studierenden ankommt und sich auf das Lernen auswirkt? Wie gehe ich mit unterschiedlichen Leistungsniveaus in meiner Lehre um?

Am Freitag, den 21. November 2014 tauschten sich rund 50 Lehrende von fünf baden-württembergischen Hochschulen über interdisziplinäre und forschungsorientierte Hochschullehre aus. Alle Teilnehmer haben jeweils einen Bezug zu einer der beiden Formate. So war das Interesse groß, Gleichgesinnte zu treffen oder mit Personen zu sprechen, die sich mit Lehrformen befassen, für die man sich selbst interessiert. An den vertretenen Hochschulen finden selbst Projekte statt, die sich entweder mit interdisziplinärer oder/und mit forschungsorientierter Lehre befassen. Projekte, mit interdisziplinärem Fokus:

Projekte, die zu forschungsorientierter Lehre vorgestellt wurden:

Als theoretischen Input hielten Frau Prof. Dr. Karin Reiber von der Hochschule Esslingen zu Forschungsorientierter Lehre und Frau Dr. Antonietta Di Giulio von der Universität Basel zu Interdisziplinärer Lehre jeweils einen Vortrag.

Nach der Projektvorstellung und der theoretischen Betrachtung der Formate folgten am Nachmittag sechs Werkstätten ganz unter dem Motto des Austausches, des gemeinsamen Überlegens und Diskutierens. In den Werkstätten gingen die Teilnehmer nach, wie mit unterschiedlichen Leistungsniveaus von Seiten der Studierenden umgegangen werden kann, wie interdisziplinäre Lehre überhaupt aufgezogen werden kann oder wie Studienleistungen innerhalb von forschungsorientierter Lehre mit Gruppen bewertet werden kann.

Während der Abschlussrunde wurde klar, dass dieser Austausch über Hochschulen hinweg sehr inspierend war und doch viel zu schnell verstrich. Wer weiß, vielleicht folgen weitere Treffen mit mehr Zeit für die einzelne brennende Themen. Die Arbeit innerhalb der Werkstätten wurde protokolliert und wird später für alle Interessierten zur Verfügung gestellt. Der Praxisaustausch von Frau Dr. Senganata Münst und Herrn Prof. Dr. Hans-Werner Hunecke von der PH Freiburg angeregt und der gemeinsame Tag am 21.11. von Vertretern der fünf mitwirkenden Hochschulen organisiert.

Flyer zum Tag

Dokumentation Tagung 21.11.2014

24 Okt

3. studentische Jahrestagung „wissen schaf(f)t leben“

Lesezeit: 3 Min -

Am Dienstag, den 4. November 2014 findet im Hohenheimer Schloss die dritte studentische Jahrestagung des Qualitätspakt-Lehre-Projektes „Humboldt reloaded: Wissenschaftspraxis von Anfang an“ statt. Während des gesamten Nachmittags präsentieren die Studierenden, die an 161 kleinen Forschungsprojekten zwischen Herbst 2013 und Sommer 2014 teilnahmen, ihre Arbeitsresultate. Mittels wissenschaftlichen Postern und Vorträgen geben sie Einblick in die Forschungsgebiete vieler Fachgebiete der Universität Hohenheim.

Tagungsposter 2014Die Tagung ist fachübergreifend angelegt. Studierende, wissenschaftliche Mitarbeiter und Professoren der Universität sowie Besucher anderer Hochschulen sind herzlich eingeladen. Die Poster werden mit Absicht fachlich gemischt ausgestellt, so dass die Tagungsteilnehmer nicht nur in ihrem Fachbereich bleiben, sondern sich ebenfalls die Arbeit anderer Bereiche ansehen. Auch in den Vortragsblöcken wechseln sich die Beiträge aus den drei Fakultäten Naturwissenschaften, Agrarwissenschaften sowie Wirtschafts- und Sozialwissenschaften ab. Zwölf Projektgruppen berichten Vorträgen über ihre Arbeit und bemühen sich um den Preis des besten Vortrags der Fakultät und um den Preis als herausragendes Projekt.  Zur Auflockerung stellen sich drei Professoren, wieder je einer pro Fakultät, unbekannten Foliensätzen zu einer PowerPoint-Karaoke und beweisen damit, dass in der Hochschullehre Spontaneität und Gelassenheit zum Handwerk gehören.

Bei der Preisverleihung werden neben den Projektgruppen mit den bestem Poster der Fakultät und jenen mit dem besten Vortrag der Fakultät auch drei hervorragende Projekte gelobt, die neben ihrer Forschungsarbeit auch eine sorgfältige, verständliche und zuverlässige Präsentation darboten. Die Südwestbank belohnt diese Projektgruppen jeweils mit einem Geldpreis von 500 Euro. Neben dem Fokus auf die Studierenden werden in diesem Jahr auch drei besonders engagierte Projektbetreuer geehrt, die von ihren Studierenden für einen Preis vorgeschlagen wurden.

Den krönenden Abschluss der Tagung stellt eine Podiumsdiskussion mit Ministerin Frau Theresia Bauer, Landesministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst, dar. Zum Thema „Der Sinn des Forschenden Lernens und die Identität der heutigen Universitäten“ wird sie mit der Moderation von Prof. Dr. Martin Blum gemeinsam mit Prof. Dr. Stephan Dabbert, Rektor der Universität Hohenheim, Ibrahim Köran, Studierender und Präsident des Studierendenparlaments an der UHOH, sowie mit Gábor Paál, Wissenschaftsjournalisten beim SWR, sprechen.

Die Tagung ist vielschichtig aufgestellt. Sie möchte den Blick sowohl auf forschendes, kritisches, nachhaltiges Lernen im Studium und aus der Perspektive von Studierenden und Lehrenden werfen, als auch auf die Wichtigkeit für tiefes, verantwortungsbewusstes Lernen für die Gestaltung unserer Gesellschaft hinweisen. Denn je mehr Kenntnisse und Wissen jemand hat, desto eher kann er Einfluss auf sein Leben und das seiner Umwelt nehmen und es gestalten. Das will auch der Tagungstitel vermitteln mit „wissen schaf(f)t leben“.

Mehr Informationen zur Tagung: https://studium-3-0.uni-hohenheim.de/tagung

13 Aug

Kreative Kompetenzen fördern

Lesezeit: 2 Min -

Der meist gesehene Vortrag auf der ted-talks Seite ist der von Sir Ken Robinson (über 27.500.000 Mal gesehen). Der Titel des Vortrags „How schools kill creativity“.

Mir gefällt an diesem Vortrag besonders, wie Robinson die Starrheit des Bildungssystems herausarbeitet. Er stellt dar, dass wir im Bildungsbereich immer noch an längst überkommenen Vorstellungen und Glaubenssätzen aus Zeiten der Industrialisierung hängen. Wenn wir für eine Zukunft, die wir nicht kennen und nicht einschätzen können, ausbilden wollen, müssen wir uns aus dieser Starrheit befreien. Weiterlesen