18 Dez

Wie kann kompetenzorientiertes Prüfen in forschungsbezogener Lehre gelingen? Ein Tagungs- und Werkstattbericht

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Am 17.11.2017 fand die Tagung „Integrierte Evaluation der Hochschullehre – Förderung und Prüfung von Forschungskompetenzen in der Hochschullehre“ von regional vernetzten Projekten aus dem Qualitätspakt Lehre statt, zu der sich 54 Teilnehmer/innen der Universität Freiburg, Pädagogischen Hochschule Freiburg, Pädagogischen Hochschule Heidelberg und Universität Hohenheim und einige Gäste angemeldet hatten.

Tagung zu Integrierter Evaluation sowie Förderung und Prüfung von Forschungskompetenzen in der Hochschullehre

Christopher Gess und Monika Sonntag von der Humboldt Universität zu Berlin führten in ihrem gemeinsamen Vortrag „Förderung und Prüfung von Forschungskompetenzen in der forschungsbezogenen Hochschullehre“ in einen thematischen Schwerpunkt der Tagung ein. Sie dimensionierten „forschungsbezogen“ anhand der Kriterien „Inhaltlicher Schwerpunkt“ (Forschungsergebnisse, Forschungsmethoden, Forschungsprozess) und „Aktivitätsniveau der Studierenden“ (forschend, anwendend, rezeptiv) und stellten die Ergebnisse einer Umfrage von Janina Thiem von der Universität Oldenburg mit 39 Lehrenden zur Prüfung von Forschungskompetenzen vor. Weiterlesen

22 Mrz

Constructive Alignment 2 – Lernziele formulieren

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Nun hatte ich ja vor einiger Zeit einen Artikel zum Constructive Alignment geschrieben und möchte dieses Thema nun gerne fortsetzen. Zum Verständnis des Konzepts, das ich in meinem letzten Artikel beschrieben hatte, gibt es mittlerweile auch einen schönen, kurzen Film. Dieser ist in einem vom Land Baden-Württemberg geförderten Projekt zur Erstellung eines Oline-Moduls entstanden und zeigt in aller Kürze nochmals die Eckpunkte des Constructive Alignments auf:

Vor allem soll es in diesem Artikel aber um unterschiedliche Formen von Lernzielen gehen. Lernziele können auf verschiedenen Ebenen festgelegt werden. So können Lernziele für einen ganzen Studiengang verfasst werden, in denen deutlich wird, wozu Studierende in diesem Studiengang befähigt werden. Sie können sich aber auch auf eine einzelne Lehrveranstaltung oder eine Lehrsequenz beziehen. Die Formulierung von Lernzielen ist nicht immer ganz einfach. Dabei können Lernzieltaxonomien hilfreich sein. So zum Beispiel die Taxonomie kognitiver Lernziele nach Bloom et al. Sie hilft einerseits, passende Verben für die Formulierung der Lernziele zu finden und andererseits die Lernziele einem Komplexitätsgrad zuzuordnen.

Taxonomie Bloom

John Biggs und Catherine Tang empfehlen die Formulierung von  fünf bis sechs Lernzielen für eine Lehrveranstaltung. Dabei sollte darauf geachtet werden, sich tatsächlich auf die Beschreibung dessen zu konzentrieren, wozu der Kurs die Studierende am Ende des Semesters befähigt haben sollte. Dies sollte möglichst genau erfolgen.

Hierzu ein Beispiel: In einer Beschreibung zu einem Kurs steht der Satz: „Die Studierenden sollen das Konzept der freien Marktwirtschaft verstehen.“ Dieses Lernziel ist sehr ungenau, denn es wird nicht deutlich, was mit Verstehen gemeint ist: Sollen die Studierenden eine Definition wiedergeben können? Sollen sie dazu in der Lage sein, Unterschiede zwischen freier Marktwirtschaft und Planwirtschaft zu benennen?

Deutlicher wäre zum Beispiel folgendes Lernziel: „Die Studierenden können das Konzept der freien Marktwirtschaft in eigenen Worten beschreiben.“ Präzise formulierte Lernziele verweisen bereits auf die Lehrmethoden: Es wird darum gehen, mit den Studierenden zu üben, das Konzept beschreiben zu können. Zudem auf die Prüfung: In der Prüfung werden die Studierenden das Konzept in eigenen Worten beschreiben müssen. Hierzu mehr in einem nächsten Artikel….