13 Aug

Kreative Kompetenzen fördern

Lesezeit: 2 Min -

Der meist gesehene Vortrag auf der ted-talks Seite ist der von Sir Ken Robinson (über 27.500.000 Mal gesehen). Der Titel des Vortrags „How schools kill creativity“.

Mir gefällt an diesem Vortrag besonders, wie Robinson die Starrheit des Bildungssystems herausarbeitet. Er stellt dar, dass wir im Bildungsbereich immer noch an längst überkommenen Vorstellungen und Glaubenssätzen aus Zeiten der Industrialisierung hängen. Wenn wir für eine Zukunft, die wir nicht kennen und nicht einschätzen können, ausbilden wollen, müssen wir uns aus dieser Starrheit befreien.

Der Kern seiner Aussage:

  • Kreativität entsteht nur, wenn Menschen in der Lage sind, mit Fehlern umgehen zu können. Sie müssen also die Möglichkeit erhalten, Fehler machen zu dürfen, um daraus zu lernen.
  • Kreativität und das Entdecken neuer Wege und Lösungen, wird durch die Auseinandersetzung mit anderen Menschen aus unterschiedlichen Disziplinen gefördert.
  • Es ist Aufgabe des Bildungssystems, allen Menschen dazu zu verhelfen, Ihre Talente zu entdecken, zu fördern und wert zu schätzen. Alle Fächer, also auch die Künste, sind gleichwertig.

Was könnte man aus seinem kurzen Vortrag für die Hochschuldidaktik schlussfolgern?

  • Freiheit einräumen für kreative Prozesse.
  • Disziplinübergreifendes Arbeiten.
  • Lehr-/Lernmethoden einsetzen, die eine Vielzahl an unteschiedlichen Herangehens- und Vorgehensweisen in der Bearbeitung von Aufgaben, zulassen.
  • Projektarbeit fördern/fordern. Auf Forschendes Lernen und Problemorientiertes Lernen setzen.
  • Weg von Prüfungen als Abfrage von Begriffen, Definitionen, Zahlen, Formeln. Hin zur Gestaltung eines individuellen Lernweges (Lernportfolio, pdf der Uni Zürich, 81,4 KB).
  • Lehrende haben die Funktion des/der Begleiters/Begleiterin auf diesem Lernweg.

Viele dieser Punkte werden bereits umgesetzt oder rücken zumindest weiter ins Blickfeld. In Hohenheim gibt es z.B. das Projekt „Humboldt reloaded – Forschung von Anfang an“. Studierende können bereits im Bachelor-Studium an Forschungsprojekten teilnehmen und werden in diese mit einbezogen.

Wenn es um Prüfungen geht, halten Prüfungsausschüsse und Lehrende in den meisten Fällen noch fest an traditionellen Formen, wie der Klausur (teilweise in Form von Multiple-Choice-Fragen). Diese sind sicherlich auch den großen Studierendenzahlen geschuldet. Aber die Prüfungsform ist einer der zentralen Punkte, der sich ändern müsste, wenn es darum geht,  kreativere Prozesse in Gang setzen zu wollen.