29 Nov

Lehrpersönlichkeits-Coaching III: Wer bin ich als Lehrpersönlichkeit und was macht mich aus? (Teil 3)

Lesezeit: 5 Min -

Anknüpfend an den zweiten Beitrag der Serie zum Lehrpersönlichkeits-Coaching, der sich mit dem vierdimensionalen Lehrpersönlichkeits-Modell beschäftigt hatte, widme ich mich heute der Frage, wie Coaching Lehrende bei der Entfaltung und Stärkung ihrer Lehrpersönlichkeit unterstützen kann. Grundlage des Lehrpersönlichkeits-Coachings bildet ein ganzheitlich ausgerichteter Zugang, bei dem ich Erkenntnisse aus der Rollentheorie, der psychodynamischen Persönlichkeits- und Führungspsychologie verbinde.[1]

Zentral sind hierbei fünf Überzeugungen: (1) Es gibt unterschiedliche gleichwertige Ausprägungen von Lehrpersönlichkeiten, und somit auch verschiedene authentische Lehrstile. (2) Lehren ist situatives Führen. (3) Das Rollenkonzept einer Lehrpersönlichkeit beeinflusst ihr Rollenhandeln. (4) Je gewahrer sich eine Lehrpersönlichkeit ihrer selbst und ihres Rollenverständnisses ist, desto einfacher ist die Entfaltung eines authentischen Lehr-, Betreuungs- und Führungsstils. (5) Jede Lehrpersönlichkeit birgt in sich die Ressourcen, die sie für das Finden subjektiv stimmiger Antworten braucht. Bei mancher mag der Gedankenkanal in Form von Assoziationen oder Glaubenssätzen als Kompass fungieren, bei mancher der Bildkanal wertvolle Hinweise liefern, bei mancher der Spürkanal mit somatischen Markern oder Emotionen den Weg weisen.

Unsere heutige (imaginierte) Klientin fragt sich: „Wer bin ich als Lehrpersönlichkeit und was macht mich aus?“.[2] In ein Zwiegespräch mit dem Lehrpersönlichkeits-Ich der Klientin eintretend, vollzieht sich die begleitete Selbsterforschungsreise anhand von Schlüsselfragen.

„Freude“ ist die erste Assoziation zum Begriff „Lehre“. „Freude“ ist Weiterlesen

08 Nov

Neues HDZ-Programm 2018

Lesezeit: 2 Min -

Wie jedes Jahr, erscheint Anfang November das neue Programm des HDZ Baden-Württemberg, das Lehrenden an Universitäten mit zahlreichen Workshops ein großes Angebot zur hochschuldidaktischen Weiterbildung zur Verfügung stellt. Das vollständige Programm ist online auf der Homepage des HDZ Baden-Württemberg zu finden, wo ab 13. November 2017 Anmeldungen für das Jahresprogramm 2018 möglich sind. Weiterlesen

01 Nov

Herausforderung „Großvorlesung“ – im Gespräch mit Christoph Werren

Lesezeit: 1

Sprech- und Rhetoriktrainer Christoph Werren beleuchtet im Gespräch das Thema „Große Vorlesung“, und erklärt, wie man mit den typischen Herausforderungen dieses Formats – insbesondere dem Faktor „Unruhe im Auditorium“ – im Lehralltag umgehen kann, um für sich und seine Zuhörer das Beste herauszuholen.

Um das gesamte Gespräch zu hören, nutzen Sie den Player unten. Mit den Links darunter können Sie gezielt zu den entsprechenden Stellen im Gespräch springen.

 

05 Okt

Stimme und Sprechen im Hörsaal: Stand und Gestik

Lesezeit: 1
Hier kommt der dritte Videobeitrag aus dem LEAP-Projekt zum Thema „Lehre im Hörsaal“ mit Stimm- und Sprechtrainerin Maxi Zöllner. Dieses Video legt den Fokus auf Stand und Gestik. Ein guter Stand und simple gestische Techniken können helfen, auch in großen Hörsälen ergonomisch und selbstsicher zu agieren. Frau Zöllner erklärt, worauf es ankommt.

Wenig Zeit? Mit folgenden Links können Sie direkt ins Video springen:

11 Sep

Stimme und Sprechen im Hörsaal: Sprechen mit dem Mikrofon

Lesezeit: 1

Im zweiten Videobeitrag, den Frau Zöllner im Rahmen des Projekts LEAP („Lehrentwicklung – Angebote für Professorinnen und Professoren“) aufgenommen hat, geht es um die Nutzung des Mikrofons im Hörsaal (den ersten Videobeitrag zum Thema „Stimmtraining“ finden Sie hier).

Mikrofone werden von Lehrenden häufig mit einiger Skepsis betrachtet und ungern genutzt – zu Unrecht, wenn man einige Grundregeln beherzigt, die Frau Zöllner im folgenden Video erläutert.

 

Wenig Zeit? Mit folgenden Links können Sie direkt ins Video springen (die Links öffnen ein neues Fenster oder einen neuen Tab):

Wenig Zeit? Mit folgenden Links können Sie direkt ins Video springen:

 

01 Aug

„Employability – Eine (lohnende) Herausforderung für Universitäten“: Gastvortrag an der Uni Hohenheim

Lesezeit: 2 Min -

Foto: Career Service der WWU Münster

Am 10. Juli 2017 sprach Dr. Jan Knauer im Rahmen des Projektes „Step up!“ an der Universität Hohenheim zum Thema „Employability – Eine (lohnende) Herausforderung für Universitäten“. Eingeladen waren neben den Studiendekanen und Studiengangsleitungen auch andere in den Fakultäten und zentralen Einrichtungen mit Curriculumentwicklung beschäftige Personen. Seit 2012 leitet Dr. Jan Knauer im Career Service der WWU Münster ein Projekt zum Thema Employability. Insbesondere seit der Bologna-Reform und im Zusammenhang mit Studiengang- und Curriculumentwicklung setzen sich Universitäten in ihrer Ausrichtung und Positionierung mit diesem Thema auseinander. Weiterlesen

17 Jul

Video Tutorial: Stimme und Sprechen im Hörsaal

Lesezeit: 2 Min -

Wenn über „Medieneinsatz in der Lehre“ gesprochen wird, kommt das wichtigste Medium oft zu kurz: die Stimme der Lehrenden. Sie ist und bleibt im Hörsaal das wichtigste Instrument, um Präsenz zu erzeugen und die Aufmerksamkeit von Studierenden auf die Lehrinhalte zu lenken.

Die Stimme „belebt“ mit ihrer Variation und Modulation den Vortrag. Oder eben nicht – eine gereizte oder überforderte Stimme kann bei Sprechern wie Hörern sehr schnell zum Verdruss führen.

Stimm- und Sprechtrainerin Maxi Zöllner war im Rahmen des Projekts LEAP („Lehrentwicklung – Angebote für Professorinnen und Professoren“) schon letzten Sommer in Hohenheim zu Besuch, um mit Professorinnen und Professoren über die Lehre im Hörsaal zu diskutieren. Im Anschluss bot sie halbstündige persönliche Coachingsitzungen im Hörsaal B1 an, die im Nu vergeben waren.

Aufgrund der großen Nachfrage haben wir mit ihr für das LEAP-Projekt nun Video-Tutorials aufgenommen, in denen sie kurz und knackig die wichtigsten Themen rund um das Sprechen im Hörsaal aufbereitet. Das erste Tutorial veranschaulicht Stimmübungen für die Lehrpraxis. Die Übungen sind als Warm-up-Programm vor der Vorlesung geeignet, aber auch als individuelles „Trainingsprogramm für den Hörsaal“.

Viel Spaß!

Wenig Zeit? Mit folgenden Links können Sie direkt ins Video springen (die Links öffnen ein neues Fenster oder einen neuen Tab):

 

27 Jun

Lehrpersönlichkeits-Coaching II: Was bedeutet das? (Teil 2)

Lesezeit: 5 Min -

Anknüpfend an den ersten Beitrag der Serie zum Lehrpersönlichkeits-Coaching, der sich mit den Fragen „Wer bin ich?“ und „Wofür stehe ich?“ beschäftigt hatte, widme ich mich heute der Frage „Was bedeutet Lehrpersönlichkeits-Coaching?“. Beim Lehrpersönlichkeits-Coaching geht es darum, sich seiner selbst wie auch des eigenen Ressourcenreichtums gewahr zu werden, und diesen im Einklang mit der eigenen Wertehierarchie für die Entfaltung eines subjektiv stimmigen Lehr-, Betreuungs- und Führungsstils nutzbar zu machen. Zu Grunde liegt hierbei die Überzeugung, dass die Weiterentwicklung und Stärkung individueller Lehrpersönlichkeiten nicht als ein auf die Lehrtätigkeit als solche begrenzter Prozess betrachtet werden sollte, sondern eines ganzheitlichen Zugangs bedarf, welcher der universitären Realität von Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern gerecht wird. Sehen sich diese doch mit dem anspruchsvollen Unterfangen konfrontiert, in der Promotions- bzw. Postdoc-Phase qualitativ hochwertige Lehrveranstaltungen anzubieten, sich in der akademischen Selbstverwaltung einzubringen und die eigene wissenschaftliche Profilbildung bzw. außeruniversitäre Karriereentwicklung im Blick zu haben. Demnach bietet das Lehrpersönlichkeits-Coaching, das im Rahmen des Humboldt Reloaded Projekts der Universität Hohenheim entwickelt worden ist, den Teammitgliedern die Möglichkeit, eine Vielzahl von lehr- oder berufsbezogenen Anliegen zu klären.

Meine Herangehensweise an das Lehrpersönlichkeits-Coaching beruht auf einem vierdimensionalen Persönlichkeitsverständnis, das neben Kognitionen, Motivationen und Eigenschaften auch Emotionen

umfasst.1

In der kognitiven Dimension Weiterlesen


  1. Ausführlich zum Persönlichkeitsverständnis Cornelia Frank (2017): Politische Psychologie in den Internationalen Beziehungen, in Frank Sauer/Carlo Massala (Hg.): Handbuch der Internationalen Beziehungen. 2. Auflage, Wiesbaden: Springer VS, 429-464, insb. 433-435. 

31 Mai

Peer-Schreibberatung persönlich und kompetent — Steps³: Schreiben. – Neu an der Uni Hohenheim!

Lesezeit: 3 Min -

Die Peer-Schreibtutoren-Ausbildung ist Teil des Projekts Steps³: Denken. Schreiben. Forschen. Seit April 2017 ist der Teilbereich Schreiben mit mir, Stephanie Schmid, als Schreibdidaktikerin besetzt. Ein Teilziel der in der Arbeitsstelle Hochschuldidaktik angesiedelten Stelle ist es eine professionelle Peer-Schreibberater*innen-Ausbildung zu etablieren. Worin begründet sich dieser Ansatz und welche Voraussetzungen müssen hierfür geschaffen werden?

Aspekte einer erfolgreichen Schreibberatung

Nach Peters und Girgensohn (2012) ist Schreibberatung dann hilfreich, wenn sie

  • kurzfristig und gleichsam langfristig wirksam,
  • professionell,
  • persönlich,
  • hierarchiefrei und
  • offen gestaltet ist.

Die Aspekte persönlich und hierarchiefrei sprechen zweifelsfrei für den Einsatz von Peer-Schreibberater*innen. Persönlich ist die Schreibberatung dann, wenn die Ratsuchenden und deren Schreibprojekt im Mittelpunkt stehen; Peer-Schreibberatung setzt also direkt an der Schreibarbeit an, ohne Wissen auf einer abstrakten Ebene zu vermitteln. Bei der hierarchiefreien Beratung steht die Identifikation der Beratenden mit den Ratsuchenden im Vordergrund. Die Ratsuchenden nehmen wahr, dass die Beratenden ihre Anliegen verstehen können, weil sie die Studiensituation und Probleme aus eigener Erfahrung kennen. (Peters/Girgensohn 2012, 4 ff.)

Notwendige Voraussetzung: Ausbildung zum Peer-Schreibtutor*in

Die dargestellten Aspekte lassen eine positive Wirkung durch den Einsatz von Peer-Schreibtutoren vermuten, allerdings müssen die Schreibberater*innen auf diese individuelle und anspruchsvolle Aufgabe vorbereitet werden. Die Uni Hohenheim bietet mit dem Sommersemester 2017 eine zweistufige Ausbildung zum Peer-Schreibtutor*in an. Die Konzeption orientiert sich am Rahmenkonzept für Ausbildungen von Peer-Schreibtutor*innen (2016) der Gesellschaft für Schreibdidaktik und Schreibforschung. Die Inhalte dieser Ausbildung gliedern sich im ersten Seminarteil in zwei Themenbereiche:

  1. Schreibdidaktik
    Kenntnisse über Schreibprozess, Schreibentwicklung, Schreibstrategien und die Funktion des Schreibens erlangen. Ebenso stehen die Grundlagen der Lesedidaktik, die Konventionen in wissenschaftlichen Texten und Textsortenkenntnis auf der Agenda.
  2. Schreibberatung
    Beratungsansätze werden ebenso durchgesprochen wie Feedbacktechniken, Gesprächsführung, Anliegen- und Auftragsklärung in Verbindung mit dem Rollenverständnis sowie Beratungstechniken.

Im zweiten Teil der Ausbildung wird der Forderung der Gesellschaft für Schreibdidaktik und Schreibforschung nach Reflexion und Feedback entsprochen. Die Peer-Schreibtutoren*innen stellen Ihre Beratungssituationen anhand der erstellten Protokolle dar und berichten über ihre Erfahrungen, die sie mit ihrer neuen Rolle als Schreibtutor*in gemacht haben.

Tätigkeit als Peer-Schreibtutor*in

Nach Teil 1 der Ausbildung zum*r Peer-Schreibtutor*in können die Studierenden aktiv in einem fachlichen Modul mit Schreibaufgabe ihrer Fakultät eingesetzt werden und als Ansprechpartner*in tätig sein. Es geht nicht darum zusätzliche Schreibberatung anzubieten, sondern Schreibaufgaben, die während der Studiums zu erledigen sind durch die Peer-Schreibtutoren*innen bewältigbar zu machen.

Termine

Peer-Schreibtutor*in | Teil 1 | 29.06.-30.06.2017 | 09.00 – 13.00 Uhr
Peer-Schreibtutor*in | Teil 2 | 07.09.-08.09.2017 | 09.00 – 13.00 Uhr

Alle weiteren Informationen zu Anmeldung und Durchführungsorganisation sind auf der F.I.T.-Seite zu finden: https://www.uni-hohenheim.de/seminar?tx_uniseminars_pi1%5BcourseId%5D=5392

Literatur

Gesellschaft für Schreibdidaktik und Schreibforschung 2016: Rahmenkonzept für Ausbildungen von Peer-Schreibtutor*innen. (Web-Dokument) http://www.schreibdidaktik.de/images/Downloads/RahmenkonzepPeerSchreibtutor_innenausbildg.pdf (16.05.2017)

Peters, Nora/Girgensohn, Katrin 2012: Studentische Schreibberatung ist professionell und persönlich. Ergebnisse einer Studie zu Peer Tutorin im Schreibzentrum. (Web-Dokument) In: Zeitschrift Schreiben. http://zeitschrift-schreiben.eu/globalassets/zeitschrift-schreiben.eu/2012/peters_studentische_schreibberatung.pdf (16.05.2017)

26 Apr

E-Moderation in der Online-Lehre

Lesezeit: 4 Min -

E-Moderation – was ist das?

Sobald sich die Lehre teilweise oder ganz auf Online-Angebote verlagert, verändert sich die Kommunikationsform zwischen Lehrenden und Lernenden. Es ist dann eine besondere Art und Weise der Moderation nötig. Zum Beispiel findet in Online-Foren, die Studierenden zum Austausch zu Verfügung gestellt werden, nicht immer automatisch Kommunikation statt. Um Kommunikation in einem solchen Forum zu initiieren, bedarf es besonderer Kommunikationstechniken. Diese werden unter dem Begriff der E-Moderation zusammengefasst. In diesem Artikel soll es darum gehen, was bei E-Moderation zu beachten ist, um die Kommunikation im virtuellen Raum zu initiieren, zu strukturieren und aufrecht zu erhalten.

Unterschiedliche Kommunikationsformen

In der Online-Lehre stehen unterschiedliche Formate zur Verfügung. So zum Beispiel Foren, Chats oder Webkonferenzen. Die verschiedenen Formate unterscheiden sich unter anderem dahingehend, ob sie synchrone oder asynchrone Kommunikation ermöglichen. In Chats und Webmeetings findet synchrone Kommunikation statt, da alle Beteiligten Weiterlesen